Ev.-luth. St. Georgs-Kirchengemeinde

Eisdorf / Willensen

Gedanken zum Sonntag den 20. Dezember 2009

Erschienen am Samstag, den 19. Dezember im Harzkurier

 
Frohe Weihnachten

,,Frohe Weihnachten'', so steht es auf vielen Karten. So entnehmen wir es den einen oder anderen Weihnachtsgruß von Geschäftspartnern, Freunden, Nachbarn und Familienmitgliedern, der uns dieser Tage erreicht. Lediglich eine einfache Floskel? Eine allseits vertraute Formulierung, oder steckt noch mehr dahinter?
Ist es nicht zugleich innigster Wunsch und Aufforderung in einem? Glücklich und fröhlich wollen wir sein. Wünschen wir uns selbst, die nun vor uns liegenden Weihnachtstage im Familienkreis zu begehen.
Doch wem ist wirklich noch zum feiern und fröhlich sein zu mute? Immer mehr Betriebe in unserer Region müssen schließen. Immer mehr Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz. Die Zahl jener Familien, Kinder und Jugendlichenin unserer Region, die von Armut betroffen, oder zumindest bedroht sind, steigt stetig an. So dass es sich nur noch die Wenigsten leisten können ein wahrhaft unbeschwertes und heiteres Fest zu begehen. Ein Fest zu feiern, wo alle mit dem Essen und ihren Geschenken zufrieden sind. Wo alle Sorgen schweigen. Und trotzdem ist es wichtig und gut, dass wir uns und anderen gerade in solchen Zeiten und Situationen frohe Weihnachte wünschen. Dass wir versuchen andere zur Fröhlichkeit und Freude aufzufordern. Denn freuen können und sollen wir uns dennoch. Nicht weil der Weihnachtsmann einmal im Jahr mit Geschenken vorbeikommt. Und auch nicht weil wir Unermüdlichen dazu aufgefordert weden, zu konsumieren und zu kaufen um aneren eine Freude zu bereiten.
Nein, das alles ist es nicht. Kann uns sogar im Gegenteil die Freude am Fest verderben, wenn das Geld für Geschenke und Essen nicht reicht. Was es aber ist, weshalb wir auch heute noch anderen frohe Weihnachten wünschen können und sollen, zeig sich im Geschehen von Weihnachten. Nämlich darin, dass Gott Mensch wurde. Er in diese unsere Welt kam. Und zwar gerade nicht in Reichtum und Sorglosigkeit. Als starker und unverwüstliche Held, wie wir das vom Weihnachtsmann gewohnt sind. Nein, sondern als schutzbedürftiges und von Anfang an benachteiligtes Kind wurde er in sie hineingeboren. Als Kind, welches wie auch viele Kinder in unserer Region, von Beginn an die Hartherzigkeit der Menschen und Armut erlebte.
So wurde Gott uns Menschen gleich. Teilte und teilt er bis heute mit uns Leid und Freud, Trauer und Schmerz, Verachtung und Armut. Das ist es, weshalb wir Weihnachten alle Jahre wieder feiern, weshalb wir uns auch trotz schwieriger und krisenhafter Zeiten von anderen immer wieder zur Fröhlichkeit anstiften lassen sollen.
Denn er, unser Gott, kommt und bleibt bei uns. Verschwindet nicht nach der Bescherung für ein ganzes Jahr auf Nimmerwiedersehen. Auch beschenkt er nicht nur jene, die sich das heute noch leisten können, die genug Geld für reiche Gaben und gutes Essen haben. Nein. Gott beschenkt jeden von uns. Und zwar mit sich selbst. Das zeigt sich sichtbar im Kind in der Krippe.
Ist aber auch dann noch spürbar, wenn wir von Herzen wünschen und sagen:  Frohe Weihnachten!  

Pastor Jens Kertess


 

Adventskonzert lud zum Träumen ein

Eisdorf (pb). Die St. Georgs-Kirche Eisdorf hatte sich für 90 Minuten in einen voll besetzten Konzertsaal verwandelt, in dem die Sängerinnen und Sänger sowie Instrumentalisten dazu einluden, in der Vorweihnachtszeit zu träumen und dabei die Seele baumeln zu lassen. Dazu hatten die Kirchengemeinde und Pastor Jens Kertess sowie die Musikerinnen und Musiker traditionsgemäß gebeten.

Der MTGV „Concordia" erhob seine Stimmen unter der Leitung von Hilmar Merkel ebenso wie der Singkreis Eisdorf unter der Leitung von Ute Rorig. Wer da schon leise mitgesungen oder gesummt hatte, durfte aus vollem Herzen bei gemeinsam angestimmten Weihnachtsliedern singen, wovon übrigens fast alle kräftigen Gebrauch machte. Eisdorf verfügte einige Male über einen Chor, der den Fischerchören auch schon mal ein wenig Konkurrenz machte.

Aber auch die Orgel wusste sich mit Michael Stein als „Dolmetscher" ebenso mitzuteilen, wie der Posaunenchor unter der Leitung von Peter Dittelbach sowie die Gitarren und Querflöten unter der Leitung von Ute Rorig im harmonischen Einklang.

Pastor Kertess nutzte das gesprochene Wort und entführte in die Welt des Weihnachtsmärchens, mit dem Titel ,,Uns ist ein Kind gegeben'' von Werner Reiser.

Ein Konzert, welches bei dem einen oder anderen bestimmt nicht nur bis Weihnachten nachklingen wird.


Der MTGV „Concordia" stimmte Weihnachtslieder an.

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Eine Weihnachtsgeschichte! Lesung am 3. Advent von Pastor Kertess

Adventskonzert am 13. Dezember 2009

Uns ist ein Kind gegeben
Werner Reiser

* Der Himmel war ratlos. Kein Himmlischer wusste mehr, wie man den Menschen beikommen könnte. Die Menschen waren für die Geheimnisse des Himmels taub und blind geworden. Lange Zeit war kein Bote mehr zur Erde geschickt worden, um vereinzelten Auserwählten etwas vom Geschmack des Himmels mitzuteilen. Auch die Träume waren erloschen. Wenn Menschen träumten, dann von ganz anderen Dingen, von Reichtum, Erfolg und schönen Frauen.Sie träumten nach außen, nicht nach innen oder gar nach oben. Dieser öde Zustand durfte nicht weiter um sich greifen. Die sichtbare und die unsichtbare Welt drohten immer mehr auseinander zu fallen. 

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10. Eisdorfer Weihnachtsmarkt



Eisdorf (pb). Vor dem offiziellen Start des bereits zehnten Eisdorfer Weihnachtsmarktes in und hinter dem Kirchenhaus, hatte Pastor Jens Kertess zu einer liturgischen Feier ins Gotteshaus geladen, das ebenso aus den Fugen zu geraten drohte wie das Marktgelände.

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Das Thema Armut wird in Eisdorf mit dem Ende der Ausstellung nicht verschwiegen

Eisdorf (pb). Im Eisdorfer Gemeindehaus sollte eine Ausstellung den Betrachtern die Augen darüber öffnen, wie in unserer Gesellschaft, auch die Gemeinde selbst, von Armut fortschreitet. Pastor Jens Kertess, der diese Ausstellung mit einer liturgischen Feier eröffnet hatte, beendete sie auch damit. Gleichzeitig bat er Vertreter der Vereine und Verbände sowie interessierte Bürger, dieses Buch nicht zuzuschlagen, sondern sich noch zu einem Gespräch zu treffen, in dem die ersten Schritte besprochen werden sollten, die Armut als Realität anzuerkennen und ihr gemeinsam entgegen zu treten.

Kertess mahnte an, das man sich nicht „nur" an der Ausstellung festhalten, sondern mit offenen Augen durch die Straßen gehen solle. Dann fiele oft schon die Verarmung der Mitmenschen auf, auch wenn sie sich aus Scham bemühten, dieses zu verschleiern. Mitleid allein genüge aber nicht, man müsse etwas tun.

Die Gesprächsrunde, in der übrigens auch Bürgermeisterin Petra Pinnecke und der Kirchenvorstandsvorsitzende Tobias Armbrecht zählten, sammelten Überlegungen. So könne beispielsweise die Möglichkeit angestrebt werden, dass alle finanziell benachteiligten Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte ein Mittagsessen bekämen oder der Kauf der Konfirmationskleidung anteilig finanziell unterstützt werde. Allein derart kleine Schritte könnten schon Großes erreichen.

Vereine und Verbände, die sich noch nicht dazu entschlossen hätten, könnten neben den Minderbemittelten die Mitgliedsbeiträge erlassen,ihnen eventuell auch dabei helfen günstig an die nötige Vereinskleidung zu kommen, oder diese gar zu stellen. Außerdem könne doch eine „Ich suche – Ich biete" – Börse ins Leben gerufen werden, wo im Prinzip die eine Hand die andere wasche. Denn das Miteinander in der Gemeinde dürfte nicht zerreißen, es gebe jedem Einzelnen Stärke.

Gut eingespielt habe sich übrigens die Tafel, die es schon seit geraumer Zeit in Eisdorf gibt. Vom Heimat- und Geschichtsverein war auch zu vernehmen, dass er bereits nicht erst seit gestern Sonderveranstaltungen durchführe, deren finanzieller Überschuss in der Gemeinde bleibt.

Der Kindergarten-Förderverein könne sich auch vorstellen, einen Gratis-Basar durchzuführen. Dort werde dann nur eine Dose hingestellt, in den die Kunden dann den Betrag hineinwerfen können, den sie für vertretbar hielten.

Abschließend betonte Pastor Kertess, dass man einen guten Weg zum allgemeinen Topf gefunden habe, nur müsse dieser auch beschritten werden. Man müsse sich halt nur auch nach Beendigung der Ausstellung treffen, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen.

 

 

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